19.
Februar

Der Fasching war in diesem Jahr kurz. Oder besser gesagt: eigentlich gar nicht, denn gefeiert konnte ja nicht werden. Nach der Bußzeit des Advents kommt nach einer kurzen Unterbrechung durch die Weihnachtszeit gleich wieder die Fastenzeit, die österliche Bußzeit.

Wozu denn, bitte? Haben wir nicht bereits seit einem ganzen Jahr eine lange, nie endende Fastenzeit? Müssen wir nicht seit Wochen und Monaten – nur mit ein paar Erleichterungen während des Sommers – mit wesentlich härteren Einschränkungen leben, als wir sie in einer „normalen“ Fastenzeit je auf uns nehmen würden?

Ja, man könnte die Pandemie tatsächlich als eine intensive Fastenzeit erleben, wenn – ja, wenn man dies im rechten Geiste tut. Wenn ich mich dagegen auflehne, mich ständige ärgere und darüber schimpfe, kann ich wohl kaum von einer Zeit der Besinnung, der Buße und der Umkehr sprechen.

Wenn ich hingegen diese jahrelange Fastenzeit als ein Ereignis in der Vorsehung Gottes sehe (nicht als Strafe!), als eine Chance, die ER uns gibt, uns neu auf IHN auszurichten; wenn ich den HERRN bitte, meine Verletzungen und Wunden, die unter den Belastungen aufbrechen, zu heilen; wenn ich in meiner Hilflosigkeit und Ohnmacht beginne, allein auf IHN zu vertrauen – dann können die Pandemie und die Fastenzeit tatsächlich zu einer Zeit der Gnade werden.

Foto: Zisterzienserpriorat Neuzelle

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